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Rhinechsi scalaris bei Dorka.de
Allgemeine Infos zur Treppennnatter (Rhinechis scalaris) [Schinz, 1822]

Haltungs-Anspruch: Einsteiger

Schutzstatus: WA II/ Anhang B, melde- und nachweispflichtig
(Herkunftsnachweis nötig)

Herkunft: Anzutreffen ist die tagaktive Schlange im süd-west-europäischem Raum: Spanien, Portugal, Menorca und französische Mittelmeerküste, sowie gelegentlich im Nordwesten Italiens (Calmonte & Ferri 1987). Da sie aus Europa stammt, dürfte klar sein, dass es sich um eine geschützte Art handelt und damit meldepflichtig ist (WA II)!
  Die flinke Schlange bevorzugt trockene, steinige Lebensräume mit intensivem Sonnenlicht. Oft ist sie in Steinmauern oder in Steinhaufen anzufinden, wobei jedoch immer eine Fluchtmöglichkeit in der Nähe ist (Busch). Damit ist erklärlich, warum sie so schlecht zu fangen ist.
Diese Art ist nicht giftig.
 
Habitat: geographische Übersicht der Herkunftsgebiete
zwecks Anzeige der aktuellen Klimadaten bitte hier klicken
 
Aussehen: Als Jungtiere haben die Treppennattern eine Leiter-artige Rückenmusterung (deshalb nennt man sie im englischen auch ladder-snake). Diese transversalen Streifen verblassen aber mit zunehmendem Alter, so dass nur noch die beiden Längsstreifen bei adulten Tieren vorhanden sind.
Es gibt aber auch wenige Ausnahmen bei adulten Tieren, wo diese "Leiter-Musterung" mehr oder weniger noch erhalten bleibt. So sind zwei Züchter bekannt, die davon berichten, daß ihre Weibchen die leiterartige Musterung behielten.
Jungtiere sind eher hell (beige) mit dunkelbrauner Zeichnung, während erwachsene Tiere fast durchgehend braun sind und die Färbung zur Bauchunterseite hin zu einem Beige, sogar zu einem Gelb hin zunimmt.
Einen schönen Vergleich zwischen Jung- und Alt-Tieren können Sie hier sehen.
 
Verhalten: Als Jungtiere recht beiß-freudig und aggressiv. Jungtiere fauchen sehr laut bei Gefahr (Mensch!) und beißen recht schnell um sich. Besonders Wildtiere oder die F1-Generation dieser Wildtiere neigen zu einem solchem Verhalten, Nachzuchten (ab F2-Generation) haben nicht ein solch ausgeprägtes Verhalten.
Generell legt sich dieses, für den Halter unangehme Verhalten, mit dem Alter (wobei wir auch ein Tier hatten, welches dieses Verhalten mit einem Jahr noch zeigte).
Allgemein sind es jedoch scheue Tiere, die in der Terraristik seltener anzutreffen sind.
 
Größe: Durchschnittlich 100-120 cm, aber auch bis 160 cm (seltenst)
Die menorcinischen Formen bleiben sogar unter einem Meter.
 
Haltung:

Terrarium:
Anfangs reicht ein großer Spinnenwürfel mit den Maßen
(LBH) 30x30x40 cm. Mit etwas Geäst für die Klettermöglichkeiten ausgestattet, hat dieser den Vorteil, dass die Falltür, im Gegensatz zu den Schiebescheiben eines "herkömmlichen" Terrariums, keine Fluchtmöglichkeiten bietet.

Später sollten die oben genannten Mindestmaße eingehalten werden, wobei sich die Größe des Terrariums nach der Größe der Treppennatter richtet.
Hierfür sollte immer gelten: LBH 1,0 x 0,5 x 1,0 je multipliziert mit der Körperlänge.
Bei zwei 120 cm großen Treppennattern sollte das Terrarium die Maße (LBH) 120 x 60 x 120 cm nicht unterschreiten.

Bodengrund: Sand/Torfgemisch
eine Klettergelegenheit, ein Versteck und eine Wasserschale sind Grundvorraussetzung
Luftfeuchtigkeit bei ca. 45% bis 65%

Sommer:
Die Temperatur sollte bei 26°C - 31°C liegen, lokale Wärme-Punkte (fast schon Hitze-Punkte) bei 33-38°C.
Nachts die Temperatur auf 22°C - 25°C absenken.

Winter:
siehe Winterruhe
 

Beleuchtung: 14 Stunden täglich - da die Treppennatter intensive Sonnenbäder liebt und saisonal sogar tagaktiv ist, bietet sich hier der Einsatz von UV(-B)-Licht an.
 
Futter:  Mäuse, kleine Echsen, Vögel, es wird sogar von kleinen Kaninchen berichtet.
Fütterung bei adulten Tieren alle 10-14 Tage, bei entsprechend großen Beutetieren.
Die Treppennatter stellt teilweise recht früh die Nahrungsaufnahme ein (Ende August bis Mitte September) und geht dann in die Winterruhe über.
Generell wird der Treppennatter ein sehr gutes Fütterungsverhalten bescheinigt (geht schnell und gut ans Futter), was wir aber unseren beiden Tieren bedingt absprechen.
 
Winterruhe: adulte Tiere können ab Oktober / November eine drei-vier-monatige Winterruhe erhalten.
Erst werden die Tiere auf ca. 14°C "herunter gekühlt", um später dann auf endgültige 10°C zu überwintern.
Es reicht aber in der Praxis auch oftmals aus, sämtliche zusätzliche Wärmequellen (Licht, IR-Strahler) auszuschalten! Die o. g. Niedrig-Temperaturen sind oft nicht notwendig.
Die Winterruhe sollte in kleineren Terrarien mit trockenem Bodengrund (Kleintierstreu) und einer Versteckmöglichkeit durchgeführt werden und ist Voraussetzung für die Produktion der Spermien beim Männchen. Juvenile Tiere sollten jedoch nicht überwintert werden.
 
Nachzucht: -eierlegend-
Die Paarungzeit findet im Mai / Juni statt, wobei die Paarung selbst meist nachts erfolgt. Nach erfolgreicher Paarung stellt das Weibchen meist kurz darauf die Nahrungsaufnahme ein.
Die Eiablage erfolgt eine Woche nach der Häutung des Weibchens im Juli /August.
Die Anzahl der Eier variiert zwischen 5-13 Stück, aber auch mehr.
Die Inkubationszeit liegt bei 56-64 Tagen bei einer Inkubations-Temperatur von ca 27-28°C
Die Jungtiere sind beim Schlupf ca. 25 cm groß.
 
Zusammenfassung: Eine durch und durch interessante, weil auch europäische, nicht-giftige Art! Sie ist zwar etwas scheu, aber nicht schwer zu halten und auch nicht schwer nachzuzüchten. Wir finden es äußerst interessant, diese "fast heimische" (zumindest europäische) Art zu beobachten und ihre phänotypische Wandlung mitzubekommen. Sie ist vom Verhalten her sicherlich nicht mit den "sanften Kornnattern" zu vergleichen, aber sollte man diesen Vergleich überhaupt machen?
Ihre trockene und wärmeliebende Charakter-Eigenschaft macht es auch einem Einsteiger leicht, mit dieser Art zurecht zu kommen, wenn man mal von ihren recht forschen ("bissigen"), juvenilen Untrieben absieht.
Aber in vielen Punkten deckt sich die Haltung mit denen einer Kornnatter (Futter, Größe, Inkubation, Aufzucht) und macht die Haltung für einen erfahrenen Kornnatter-Halter recht einfach.
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