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Allgemeine Infos zum Königspython (Python regius)

Haltungs-Anspruch: bedingt Einsteiger,
Halter mit Erfahrungen
Schutzstatus: WA II / Anhang B, nicht melde- aber nachweispflichtig (Herkunftsnachweis nötig)
Herkunft: West- und Zentralafrika. Ghana, Togo, Benin.
Guinea- und Sudansavanne 
Habitat: Grafik des Haupt-Herkunftgebietes
Für Klimadaten auf die pinkfarbenen Städtenamen klicken:
Togo,
Benin, Ghana, Burkina Faso
In den trockenen Zeiten lebt der Königspython eher zurückgezogen in verlassenen Termiten- oder Nagerbauten oder anderen engen, warmen und feuchten Höhlen und lässt sich tagsüber kaum blicken. Er bevorzugt in dieser Zeit das feucht-warme Klima in diesen Verstecken.
In den Regen-/Feuchtperioden ist er dann auch außerhalb dieser Verstecke in Getreidefeldern oder im Gras der Steppenlandschaft anzutreffen.
Da der Regius an sich über schlechte Vorraussetzungen verfügt, ein guter Kletterer zu sein, wird man ihn nie auf Bäumen, sondern nur am Boden oder höchstens auf halbhohen, stark verzeigten Büschen oder knorrigen Ästen finden. Sein kurzer, fast pummeliger Schwanz ist nicht zum Greifen von Astwerk geschaffen, die eigentlich plumpe und kräftige Statur macht ihn zu einer prädestinierten Bodenschlange, die mit sonstigen aboreal-lebenden Schlangen überhaupt nichts gemein hat.

Größe: Königspythons werden durchschnittlich ca. 120 cm bis 140 cm groß. Es gibt aber auch Einzelfälle, die kleiner oder größer werden (so wird auch von 200 cm großen Weibchen berichtet). Männchen sind durchschnittlich 10% kleiner als die Weibchen.
Durchschnittlich große Weibchen sind mit adulter Größe und gesunder Fütterung altersbedingt ca. 1,5 bis 3,0 kg schwer, zumindest sollten sie das sein, trägt man sich mit Zuchtgedanken. Bei größeren Tieren (180 cm) kann das Gewicht auch weit mehr als 3 Kilo betragen, eher an die 4 Kilogramm grenzen oder sogar darüber liegen (in Abhängikeit vom Alter).
Man beachte aber, dass gerade bei Weibchen nicht nur die Länge ein ausschlaggebender Faktor für das Gewicht ist, sondern auch das Alter. Ein 130 cm langes Weibchen mit 3 Jahren wird nie das Gewicht haben (oder sollte es nicht!) wie ein 10-jähriges Weibchen! Immer daran denken: Schlangen hören nie auf zu wachsen, was auch das Gewicht umschließt, so daß ältere Tiere durchaus weit mehr wiegen dürfen als jüngere, wenn auch geschlechtsreife Weibchen. 10 jährige-Tiere mit 130 cm und 3 Kilo sind also durchaus normal!
Gesunde Männchen ( > 3 Jahre ) liegen erfahrungsgemäß im Durchschnitt eher bei 1,0-1,5 Kg.

Haltung i. Terrarium: In mittelgroßen Terrarien mit Ablagen und Ruheplätzen. Ein Gutachten (BNA) empfiehlt die Mindestgröße von :
1,0 x 0,5 x 0,75 (Länge, Tiefe, Höhe) multipliziert mit der Körperlänge für 1-2 adulte Tiere.
Bei einem 120cm großen Tier sollte das Terrarium demnach 120 cm x 60 cm x 90 cm (Länge, Tiefe, Höhe) groß sein, wobei wir eine Höhe von 60cm, und nicht mehr, empfehlen, da der Regius im adulten Alter nicht klettert und vom Körperbau auch gar nicht dazu ausgelegt ist, dieses zu tun!
Beachten Sie aber mögliche Haltungsvorschriften Ihrer Gemeinde oder Ihres Bundeslandes!

Wir empfehlen eher eine größere Tiefe. 80 cm sollten es für adulte Tiere schon sein.
Der an sich scheue und zurückgezogene Python regius nimmt als Bodenbewohner diese Tiefe viel eher an, als eine größere Höhe des Terrariums, so daß unsere Empfehlung folgend lautet:
120-140 cm Länge (je nach Körperlänge des Tieres), 80 cm Tiefe und 60 cm Höhe.

Setzen Sie ein juveniles Tier anfangs kleiner, fangen Sie nicht mit einem End-Terrarium an!
Benutzen Sie anfangs einen Spinnenwürfel bzw. die von ihrem Züchter genannte Größe. Später BITTE KEINE GLAS-TERRARIEN! Abgesehen von der Schwierigkeit, dieses gut zu heizen, sollte das Terrarium bis auf die Front völlig blickdicht sein, so dass dieser Artgenosse ein möglichst hohes Sicherheitsgefühl bekommt. Wenn Sie schon Glas-Terrarien verwenden, dann bekleben Sie die Seiten- und Rückwände sowie den Deckel am besten mit Korkplatten oder Ähnlichem.
Glas-Terrarien halten wir gerade für den Python regius wegen der schlechten Isolationseigenschaften und der eingeschränkten Verwendungsmöglichkeiten (keine Ablagen) für nicht empfehlenswert.
Verzichten Sie bei der Einrichtung auf eine überladene Deko-Schau mit vielen Ästen, Springbrunnen und Nebler.
Ein Lauerjäger wie der Königspython bevorzugt zwar eine gewisse Blickdichte, aber dennoch auch ein gut einsehbares "Jagdfeld", in dem sich Beutetiere nicht alle 15 cm hinter irgend etwas verstecken können.
Weniger ist mehr!
Grundlegend ist ein Versteck aus Ton (eine umgedrehte Blumenschale mit ausgefrästem Eingang), welcher stets der Größe angepasst sein sollte, ausreichend. Der Größe angepasst bedeutet, dass die Schlange es zwar etwas eng, aber nicht so eng hat, dass sich der Topf bei Benutzung anhebt. Schlangen lieben es eng (Sicherheitsgefühl!), sollen sich im Versteck aber noch bewegen können.
Ein nicht umstoßbarer Wassernapf und ein paar Kunstpflanzen, welche nicht nur als Deko an der Wand, sondern auch etwas sinnvoller am Boden eingesetzt werden, reichen als Abschluss vollkommen aus.

Beleuchtung:
12 - 14 Std. tägl., über das ganze Jahr hinweg. Wobei die Beleuchtungsart unerheblich ist. Es sollten aber auch Schattenzonen vorhanden sein.

Haltung im Rack: Dieses Thema wird in den Regius-F.A.Q.'s genauer erklärt. 

Haltung allgemein:

Für beide Varianten (Terrarien- als auch Rackhaltung) gilt:

Temperatur:
Die Temperatur sollte im Sommer durchschnittlich im Versteck 31- 32°C betragen, es sollte jedoch auch eine kühlere Zone mit ca. 26-28°C vorhanden sein.
Nachts nicht unter 24°C, Temperaturen im Winter siehe Kapitel "Winter".

Luftfeuchtigkeit:
Zur Luftfeuchtigkeit: im Terrarium sollten 65% vorherrschen, aber auch eine Stelle vorhanden sein, die weit aus mehr LF enthält. Dieses ist z. B. durch feuchtes Moos in (einem zusätzlichen) Versteck gewährleistet, wobei dieses Versteck eine Temperatur von ca. 31°C aufweisen sollte.
Dieses Versteck kann ein zusätzliches, als auch das eigentliche sein - optimal erwies sich eine umgedrehte Blumenschale aus Ton mit eingefrästem Eingang.

Futter:  Teilweise steht der Königspythons im Ruf, ein echter Futterspezialist sein zu können, denn manchmal werden bestimmte Futtertier-Arten, welche vorher ohne Probleme gut angenommen wurden, von heute auf morgen unbegründet verschmäht.
Oft ist es daher ratsam (bei Lebend- oder Prekilled-Fütterungen), die Beutetiere vorher 1-2 Tage auf Heu zu halten, damit diese diesen typischen Uringeruch verlieren. Oft unterbricht man auch eine ungewöhnliche Futterverweigerung, wenn man den Regius selbst 1-2 Tage auf Heu hält (Versteck mit Heu auskleiden). Ansonsten frisst er auch Ratten und Hamster, aber eigentlich ungern tot, Lebendfütterung bevorzugt. Ein späteres Umgewöhnen vom Lebend- auf Totfütterung gestaltet sich mit zunehmendem Alter schwieriger, aber nicht unmöglich.

Als echter "Glücksfall" erweist es sich, wenn die Regius gerne Ratten zu sich nehmen. Ratten setzten am besten zu, ohne die Organe der Schlange zu verfetten (natürlich außer man überfüttert die Schlange). Mit Ratten bekommt man ein Weibchen viel besser auf Zucht-Gewicht als mit Mäusen oder anderen Alternativen, was für spätere Zuchtversuchen aber nötig ist! Für weitere Infos siehe Kapitel "Fortpflanzung".
Das Farmnachzuchten/Wildfänge sich im Großen und Ganzen diesbezüglich anders verhalten als Nachzuchten, ist oft eine Behauptung, welche wir so nicht bestätigen können.
Zu den wirklichen Vorteilen von Nachzuchten gehen wir in der Zusammenfassung am Textende weiter ein.

Winter: Keine Winterruhe!
Jedoch (teilweise) Fresspausen in dieser Zeit. Besonders Männchen ab dem zweiten Lebensjahr oder auch adulte Weibchen stellen hier plötzlich die Nahrungsaufnahme ein (wobei Männchen in der Regel regelmäßiger). Diese Fresspause kann dann sogar mehrere Monate andauern (lesen Sie diesbezüglich bitte unsere Regius-F.A.Q.s!)
Im Winter sollte die Temperatur durchschnittlich bei 30-31°C (im Bereich von 27 - 31°C, Spitzentemperaturen) liegen, aber nicht so langfristig wie im Sommer, sprich, die Aufheizung dauert am Tage nicht so lang wie im Sommer, so daß es vergleichbar mit den Sommermonaten etwas später warm und etwas früher kühl wird. Nachts nicht unter 20°C (ideal: 22°C) betragen, wobei Jungtiere im ersten Jahr noch bei ca. 24°C gehalten werden sollten. Luftfeuchtigkeit ebenfalls ca. 55-65 %. Weniger Sprühen, aber wieder das "feuchtere Plätzchen" bereitstellen, so paradox das klingt.
Diese Werte sollten nicht abrupt, sondern fließend "heruntergefahren" werden.
Der Winter wird vom Tier an den kühleren Nachttemperaturen und der trockeneren Luft erkannt.
Zu besseren Erklärung des Winter-Setups lesen bitte auch diesen erweiterten Abschnitt.
 
Fortpflanzung:

Geschlechtsfeststellung:
Poppen und Sondieren sind die einzigen verlässlichen Methoden. Sonstige kursierende Kennzeichen (Schwanzlänge, Schwanzform, Länge der Aftersporen etc.) sind absolut unzuverlässig.

Paarung:
Ein Weibchen ist mit frühestens 3 Jahren geschlechtsreif, wobei es auch Einzelfälle mit früherer Geschlechtsreife gibt.
Da die Bildung der Follikel (Vorstufe zum Ei vor der Befruchtung) u. a. davon abhängig ist, dass ausreichend Fettreserven in der Bauchhöhle vorhanden sind, kann sich bei unterdurchschnittlicher Fütterung die Geschlechtsreife verzögern. (Es ist ein eklatanter Unterschied, ob Fettreserven in den Bauchhöhlen gebildet werden - denn diese sind notwendig - oder Organe wie z. B. die Leber verfetten!) Man geht in der Regel davon aus, dass ein 120 cm großes Weibchen mit einem Mindestgewicht von 1400 Gramm fortpflanzungsfähig ist, ab 1800 Gramm die Trächtigkeit gesundheitlich gut überstanden wird.
Beachten Sie aber bitte, dass ungefähr jedes entwickelte Ei dem Muttertier ca. 100-120 Gramm Körpergewicht im Laufe der Trächtigkeit entzieht, so dass man bei einem durchschnittlichen Gelege von 6 -7 Eiern dem Weibchen weit mehr Körpergewicht als die eben genannten 1400 Gramm vor der ersten Verpaarung gönnen sollte. 1800-2000 Gramm bei einem durchschnittlich großen Tier sind hier als optimal zu bezeichnen.
Dieses benötigte Gewicht ist ab semi-adulten Alter schwerlich mit einer stetigen Fütterung von Mäusen oder Maus-großen Futtertieren zu erreichen. Daher ist eine Fütterung mit Ratten vorzuziehen, wenn nicht sogar unausweichlich, da diese von allen hier in Europa verfügbaren Nagetieren die beste Substanz erzielen.

Die Verpaarung findet in der Natur nach den Regenmonaten im Herbst statt, in der Terrarienhaltung ca. ab September bis ins Frühjahr des darauf folgenden Jahres. Nach erfolgter Verpaarung wechselt das Weibchen nun oft die Wärmeregionen.

Eiablage:
Ablage ca. 90 - 110 Tage nach der Paarung.
Im Endstadium verweigern die meisten Weibchen das Futter und es ist eine typische Seiten- bzw. Rückenlage des Weibchens zu erkennen. 25-30 Tage vor der Ablage häutet sich das Muttertier noch einmal.
Die Gelegegröße beträgt im Durchschnitt 6 - 8 Eier, jedoch sind auch kleinere Gelege (Erstgelege) oder größere Gelege (bei älteren, gut konditionierten Weibchen) möglich.
Schlupfzeit ca. 60 Tage bei 30-31°C Inkubationstemperatur.

weitere Infos: für weitere Infos lesen Sie bitte die F.A.Q.s und den Artikel über die grundsätzliche Haltung.

Zusammenfassung:

Der Python regius ist eine kleine aber sehr kräftige Schlange. Aufgrund der Tatsache, daß er sich bei Gefahr einfach nur zusammenrollt, wird er oft Anfängern empfohlen. Da der Python regius aber höhere Ansprüche an die Haltung stellt, als allgemein verbreitet wird, ist er nur bedingt eine Schlange für den Einsteiger. Denn diese Pythons sind zwar ungefährlich, ihre Haltung ist aber nicht unkompliziert.

Besonders jene Interessenten, die eine aktivere, zu beobachtende Schlange ihr Eigen nennen möchten, sei eine andere Art angeraten, da der Regius doch meist scheu und zurückgezogen ist.

Und nicht im ersten Lebensjahr, aber in den folgenden, können alljährliche Futterverweigerungen den Halter nervös machen.
Gerade Importtiere scheinen stressanfälliger zu sein, als so manche Nachzucht - und strapaziert so manches eigene Nervenkleid.
Über das Fressverhalten könnte man Bücher schreiben, die im Endeffekt dann wahrscheinlich nur bedingt helfen können - sie sind meist bedingt durch falsche Haltung und daraus resultierenden Stress-Situationen. Daher ist empfehlenswert, sich eine stress-resistentere Nachzucht anzuschaffen, die meist futterfest sind und auch im Verlauf des weiteren Lebens im Terrarium bleiben.

Hat man aber futterfeste Tiere, die auch ansonsten gesundheitlich und charakterlich nichts zu wünschen übrig lassen, ist diese Schlange ein herrliches Tier, welches dem Halter viel Freude macht. Für mich einer der interessantesten und hübschesten Pythons mit sehr viel Zuchtpotential.

Nachzuchten haben im Gegensatz zu Farmzuchten/Wildfänge folgende Vorteile:
- parasitärer Befall
Importierte Tiere sind häufiger mit Ektoparasiten (Milben, Zecken) und Endoparasiten (Würmer, Einzeller) befallen, was eine gründliche Behandlung nötig macht und später somit mehr, als die beim Kauf gesparten Euros, draufgelegt werden müssen
- Stress-Symptome
Durch lange Transportwege, desolate Haltungsbedingungen während des Transports, Dehydration, mangelnde medizinische Betreuung und der lange Zeitraum dieser Zustände bis zum Verkauf entfällt. Die Möglichkeit, bei Importtieren geschwächte Tiere zu erhalten, ist einfach weit aus höher, als bei Tieren, welche von einem seriösem Züchter kommen, der sich um das Wohl seiner eigenen Nachzuchten kümmert.
- Naturschutz
Der Begriff "Farmnachzucht" bzw. "Farmzucht" war früher etwas irreführend, denn die Art und Weise hatte nichts mit "Zucht" zu tun. Einheimische, die mit dem Fang von Königspythons ganze Familien ernährten, fingen trächtige Weibchen und brachten diese zu einer "Sammelstation". Um die "Farmen" herum wurde der Radius jährlich größer, in denen kein Regius mehr zu finden war, verständlich, da alle möglichen Nachkommen durch das Einfangen der trächtigen Weibchen dem Export zum Opfer fielen.
Nach der Eiablage wurden die ehemals trächtigen Weibchen zwar wieder in die Natur entlassen, aber nicht dort, wo sie eigentlich gefangen wurden. Somit trug diese Handhabung dazu bei, ein Ungleichgewicht der Populationen in diesen Regionen herbeizuführen.

Mittlerweile ist die Betitelung "Farm(nach)zucht" gerechtfertigt, da heutzutage auf den Zuchtfarmen gezielt nachgezüchtet wird, angefangen von wildfarbenen Tieren bis hin zu Farb- und Musterungsmorphen.

Importierte Farmzuchten und einheimische Nachzuchten unterscheiden sich in der Haltung nicht, wenn beide gesund und die Haltungsbedingungen optimal sind.
Dennoch sollte sich jeder überlegen, ob man trotz der genannten Nachteile einer Farmzucht diese Situation weiter fördern muss oder sich lieber doch für eine einheimische Nachzucht entscheidet.

Schlagwörter: Genetik, Farbvarianten, Fressverhalten, Rackhaltung,
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