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Allgemeine Infos zum Bredl-Python (Morelia bredli) [Gow, 1981]

Haltungs-Anspruch: Einsteiger, Halter mit Erfahrungen

Schutzstatus: WA II/ Anhang B, melde- und nachweispflichtig
(Herkunftsnachweis nötig)

Herkunft: Nur in Zentral-Australien, in einem Gebiet rund um Alice Springs (MacDonnel Ranges). Das Habitat ist eher als Ödland zu bezeichen und eher wüstenartig. Jedoch ist dieser Landstrich durchaus mit Vegetation durchzogen und saisonal auch mit Flußläufen.
  So, wie man sich halt das australische "Outback" vorstellt. In der Nähe dieser Flußläufe hält sich u. a. der nachtaktive Bredli auch auf, wo er im Speziellen auf Felsen liegend, in Sträuchern, auf Bäumen und auf Flußbänken aufzufinden ist. (siehe Habitat-Fotos)
Seine rote Färbung tarnt ihn am besten in dieser einzigartigen, sandigen und felsigen Umgebung.
 
Habitat: Grafik des Herkunftsgebietes
zur Ansicht der aktuellen Klimadaten bitte hier klicken
 
Größe:

Hier gibt es die widersprüchlisten Angaben, von 5 Fuß (153 cm) bis 250 cm.
Das ist wohl bedingt durch die unterschiedlichen Haltungen und Fütterungen der einzelnen "Halter und Züchter", denn diese Unterart ist wenig literarisch behandelt und treibt in der Terraristik eher ein Schattendasein.
In der Gefangenschaft darf man daher im Durchschnitt ca. 180 cm bis 200 cm ausgehen, in der Natur bis 250 cm und in Einzelfällen größer.
 

Haltung:

Laut dem BNA-Gutachten sollten folgende Terrariengrößen gelten:
BTH 0,75 x 0,5 x 1,0 (mal Köperlänge) für 1 - 2 Tiere unter 200cm Körperlänge
Bei 180cm Köperlänge ergäbe dieses ein Terrarium mit BTH 135 x 90 x 180 cm

Dieses Gutachten trifft in diesem Fall ganz und gar nicht den Pudels Kern, da Bredlis eher ein breites Becken anstatt einem hohen Terrarium benötigen (gerade, wenn diese adult sind). So ist ein Terrarium mit der Grundfläche von 200 x 80 cm und einer Höhe von 80 cm für ein Pärchen adäquat.
Der Temperaturgradient in der Natur ist sehr groß und reicht dort am Tage von 26°C bis 42°C.
Im Terrarium sollte ein gesundes Mittelmaß gefunden werden, wobei die Grundtemperatur bei 29-32°C liegen soll. Die höheren Temperaturen darüber sollten nur lokal auf einem Platz erreicht werden, wobei diese auch mal eben bei
35°C und etwas kurzfristig darüber liegen dürfen! So wie diese höheren Temperaturen von Nöten sind, muss es auch kühlere Plätze bei 26°C geben. Der Bredli muss also die Möglichkeit im Terrarium haben, zwischen "heißen" und kühlen Plätzen zu wechseln.
Die Nachttemperaturen sollten ca. 23-26°C betragen.
Luftfeuchtigkeit ca. 50-65%. tagsüber, nachts bis zu 75%
 

Beleuchtung: "Bredls" sind rein dämmerungs- und nachtaktive Tiere.
Sie benötigen daher kein UV-Licht, jedoch bewirkt dieses eine intensivere Farbwiedergabe (die Farben kommen also besser zur Geltung). Ob man in UV-Licht investieren muss, ist daher eine subjektive Entscheidung - rein zur schöneren Betrachtung ist es empfehlenswert. Wir selbst nutzen eine reine Tageslicht-Leuchtstoffröhre mit geringen UV-Anteil zur zusätzlichen Ausleuchtung. Diese geht als erste Lichtquelle an und als letzte aus.
Im Sommer ist die Lichtdauer 12 bis 14 Stunden optimal, welche zum Winter hin auf 9-10 Stunden gesenkt werden sollte (nur bei adulten Tieren). Diese unterschiedliche Lichtdauer ist allein schon zur Vorbereitung der adulten Paare zur Verpaarung notwendig.

Futter:  Ein Morelia bredli frisst so ziemlich jede Art von Nagetieren, aber auch Geflügel (wobei wir aufgrund des übelriechenden, breiigen Kots, der bei Geflügel-Verfütterung resultiert, davon abraten).
Jungtiere sollte man alle 8-10 Tage füttern, semi-adulte alle zwei und adulte Tiere alle zwei bis drei Wochen.

Jungtiere/Neonaten sind teils schwerer an das Futter zu gewöhnen als andere Teppichpython-Arten. Es kann einige Monate dauern, bis wirklich alle Nachzuchten selbstständig an das Futter gehen. Einige fressen sofort, willig und problemlos, andere verweigern über einen sehr langen Zeitraum das erste Futter bzw. die regelmäßige Futteraufnahme.
Ein erst mal futterfestes Tier kann man aber ohne Übertreibung als "gierig" bezeichnen, Futter wird eigentlich immer gern angenommen und teilweise wirken die Tiere bei der Fütterung sogar recht hastig und ungestüm.

Gelegentliche Fastenperioden verhindern eine Verfettung des Tieres, da auch diese Art, wie die Artgenossen, Morelia spilota variegata, gierige Fresser sind.
In der Paarungszeit im Winter kann das Futter vom Weibchen verweigert werden.
Generell können "Bredls" sehr schnell an Tot-Futter gewöhnt werden!

Winter: 'Bredls' halten keine Winterruhe, jedoch ist die Haltung anzupassen:
Temperatur ähnlich den Sommertemperaturen (durchschnittlich 1°C weniger), wobei die Höchst-Spitzen (also Temperaturen jenseits der 33°C) wegfallen.
Die Dauer der Höchstwerte sollte jedoch geringer ausfallen (nur ein paar wenige Stunden), der Rest des Tages 27 - 30°C. In der Nacht bis minimal 23°C, seltenst weniger!
Da im australischen Sommer die meisten Niederschläge fallen, ist etwas weniger "Sprühbedarf" vorhanden.
Die Männchen sollten vor der Paarung ab Dezember von den Weibchen getrennt und bei ca. 22°C gehalten werden, um die Aussicht auf eine erfolgreiche Paarung zu erhöhen.

Zusammenfassung: Der technisch-gesehen einfache Haltungsanspruch an sich ist optimal für Einsteiger.
Jedoch zeigt sich der juvenile Bredl zumeist von der unfreundlichen Seite. Und das mag gerade am Anfang der Haltung etwas abschrecken.
Zu Unrecht, wie sich später herausstellen wird!
Zwar sind Beißattacken besonders im juvenilen Alter nicht unüblich, sobald man im Terrarium etwas zu tun hat -und das macht ihn für eine Vielzahl von Einsteigern wiederum uninteressant.
Aber dieses Verhalten legt sich schnell und der Bredl wird zu einer sehr umgänglichen Art.
Meist fangen Einsteiger aber auch gar nicht mit dieser Schlange an, schon immer war "der Bredl" eher eine Schlange, die sich schon erfahrenere Halter zulegten. Warum auch immer?!
Leider schreckt gerade das unauffällige, wenig spektakuläre Braun der juvenilen Bredls viele von der Haltung dieser Schlange ab, da sich der Bredl erst mit ca. einem bis zwei Jahren anfängt umzufärben.
Vorher ist der Bredl eigentlich recht unscheinbar, erst viel später wird er meiner Meinung nach interessant.
Die Farbintensität im adulten Alter reicht von braun, ziegelrot bis hin zu einem Fast-Orange - juvenil alle eher dunkelbraun (wir denken meist immer, der steckt mitten in der Häutung *g*).
Der Bredli ist im Gegensatz zum sonstigen Spilota-Komplex eher Bodenbewohnend, sein Terrain erreicht bald Halbwüsten-Qualität.
Aber an sich eine sehr robuste Schlange, wenn man ihr die notwendigen Temperatur-Gradienten zur Verfügung stellt.

Wir haben mit unserem Pärchen eigentlich nur positive Erfahrungen gemacht: sowas von unkompliziert bei Handling und Fütterung... da kann sich ein Teppichpython gerne mal eine Scheibe abschneiden!
Unser Pärchen zeigt sich in den Abendstunden interessiert und aufweckt, während es tagsüber oft beim Sonnen beobachtet werden kann.
Wir können diese Art uneingeschränkt empfehlen!


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